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Disney+ hat aufgrund eines anhaltenden Patentstreits den HDR‑Support vollständig entfernt, einschließlich HDR10, HDR10+ und Dolby Vision, und zwar für alle Abo‑Stufen.
Zuvor blieb statisches HDR10 als Fallback erhalten, wurde jedoch stillschweigend entfernt, sodass alle Disney+‑Inhalte nur noch im SDR‑Format verfügbar sind.
Das betroffene Premium‑Abo kostet 15,99 € pro Monat oder 159,90 € jährlich und war die einzige Stufe, die ursprünglich HDR‑Formate enthielt.
Aus signalverarbeitungstechnischer Sicht zeigt die aktuelle Situation, wie stark moderne Streaming‑Pipelines auf HDR‑Master abgestimmt sind. Disneys Katalog wurde größtenteils in PQ mit statischen oder dynamischen Metadaten gegradet, sodass Spitzenluminanz, Farbumfang und Roll‑off auf HDR‑Displays ausgelegt sind. Werden diese Assets zur SDR‑Auslieferung gezwungen, muss der Dienst auf Tone‑Mapping und Gamut‑Kompression zurückgreifen, um einen großen Dynamikumfang in Rec.709 und ein 100‑Nit‑Ziel zu pressen. Ist diese Konvertierung hastig oder zu stark automatisiert, brechen Spitzlichter ein, Mitteltöne driften und Schattendetails verklumpen – Effekte, die erfahrene Zuschauer selbst bei hohen Bitraten als „flaches“ oder „milchiges“ Bild beschreiben. Die fortgesetzte Verfügbarkeit von 4K‑Auflösung löst das nicht, da räumliche Details verlorenen Luminanzkontrast und Farbtiefe nicht kompensieren können.
Auffällig ist der Kontrast zwischen offiziellem Schweigen und den technischen Brotkrumen, die zurückbleiben. Dass Support‑Seiten stillschweigend HDR‑Verweise streichen, deutet eher auf eine Backend‑Änderung als auf einen temporären Wiedergabefehler hin. Einige Berichte sprechen von sichtbarem Banding und Chroma‑Rauschen bei Titeln, die zuvor für saubere Dolby Vision‑Gradings gelobt wurden – ein Hinweis auf SDR‑Encodes, die aus HDR‑Mezzaninen ohne titelspezifische Feinabstimmung abgeleitet wurden. Andere Beobachter, einschließlich redaktioneller Stimmen, merken an, dass die Ergebnisse je nach Gerät und App‑Version variieren, was zu Unterschieden im clientseitigen Tone‑Mapping und Decoder‑Verhalten passt. OLEDs mit aggressivem dynamischem Kontrast können manche Probleme kaschieren, während kalibrierte LCDs sie gnadenlos offenlegen.
Für AV‑Enthusiasten ist die größere Sorge der Präzedenzfall. HDR ist kein kosmetisches Feature, sondern ein grundlegender Bestandteil der Mastering‑Kette – vergleichbar mit hochauflösendem Audio gegenüber einem herunterskalierten Stream. Seine Entfernung verändert die künstlerische Intention und verlagert die Last auf Display‑Hersteller, das Bild nachträglich zu „reparieren“. Bis sich der rechtliche und lizenzielle Staub gelegt hat, liefert Disney+ Kino‑Content faktisch durch ein Fenster aus der Rundfunk‑Ära: auf dem Papier technisch kompetent, für geschulte Augen jedoch sichtbar kompromittiert.
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