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München startet im März die ersten Munich HiFi Days und schließt damit die Lücke, die die eingestellte internationale High End trade show hinterlassen hat.
Die Veranstaltung übernimmt das intime Konzept der Norddeutsche HiFi-Tage und nutzt Konferenzräume und Suiten des Hotels Le Méridien für realistische akustische Vorführungen.
Aussteller präsentieren das komplette High-End-Audio-Spektrum – von passiven Lautsprechern und Röhrenverstärkern bis hin zu hochauflösendem Streaming und netzwerkbasierter Wiedergabe.
Der Wechsel von weitläufigen Messehallen zu hotelgroßen Räumen hat spürbare technische Konsequenzen dafür, was demonstriert wird und wie die Systeme abgestimmt sind. In kleineren Suiten können Aussteller realistisch Lautsprecher mit moderater Empfindlichkeit und kontrollierter Richtwirkung einsetzen, statt auf reine Membranfläche und maximale Schalldruckreserven zu setzen. Das begünstigt sorgfältiges Frequenzweichen-Design, gut bedämpfte Gehäuse und Verstärker, die niedrige Rauschpegel und Stromstabilität über plakative Wattangaben stellen. Aus Sicht des System-Matchings werden zudem die Wechselwirkungen zwischen Lautsprecher-Impedanzverläufen und Röhren- oder Hybrid-Endstufen offengelegt – etwas, das in überdimensionierten Vorführräumen mit aggressiver Raumkorrektur oft kaschiert wird.
Im Vergleich zum früheren internationalen Mega-Messeformat fordert der Münchner Ansatz Hersteller implizit dazu heraus, stimmige Signalwege statt isolierter Komponenten zu präsentieren. Hinweise deuten auf einen starken Fokus auf Netzwerkplayer und DACs hin, die tiefer in die Verstärkerstufe integriert sind – häufig über asynchrone USB- oder Ethernet-Eingänge mit lokalem Clock-Management – statt auf eigenständige digitale Frontends. Dies spiegelt eine Branchenperspektive wider, nach der Timing-Genauigkeit, Jitter-Unterdrückung und Netzteil-Topologie inzwischen ebenso entscheidend für die wahrgenommene Klangqualität sind wie klassische analoge Tugenden. Im Gegensatz dazu hat der Hamburger Stil, an dem sich das Konzept orientiert, traditionell gezeigt, wie sich solche digitalen Architekturen ohne aufwendige akustische Behandlung verhalten.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist das Gleichgewicht zwischen etablierten Marken und Kleinserienherstellern. Während größere Namen meist ausgereifte Produktlinien mit inkrementellen Verbesserungen präsentieren – überarbeitete Ausgangsübertrager, aktualisierte Streaming-Module oder DSP-Anpassungen auf Firmware-Ebene –, nutzen Boutique-Hersteller solche Rahmenbedingungen häufig, um radikale Einfachheit zu demonstrieren: kurze Signalwege, minimale Gegenkopplung und passive Bauteile, die eher nach klanglicher Abstimmung als nach Messwerten ausgewählt sind. In einem Raum, der einem realen Wohnumfeld ähnelt, werden diese unterschiedlichen Philosophien unmittelbar hörbar und machen die Veranstaltung weniger zum Spektakel als zu einem vergleichenden Tiefgang darüber, wie moderne Hi‑Fi‑Ingenieursentscheidungen im Alltag klingen.
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