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Audio Research I/55 ist ein kompakter Röhren-Vollverstärker, abgeleitet vom I/70 und Nachfolger des I/50, ausgerichtet auf High-End-Hörer, die klassischen Röhrenklang mit moderner Konnektivität suchen.
Die vollständig röhrenbasierte Verstärkung nutzt gematchte Paare von 6550-Endröhren und 6922-Eingangs-/Treiberröhren und ergänzt Auto-Bias zur kontinuierlichen Ruhestromregelung ohne manuelle Justage.
Mit 2 × 50 W Nennleistung bietet die aufgewertete Röhrenvorstufe einen größeren Gain-Bereich, stärkere Dynamik, Pre-Out-Ausgänge und verbesserte Kontrolle mit anspruchsvollen Lautsprechern.
Audio Research positioniert den I/55 an einer interessanten Schnittstelle, an der traditionelle Schaltungsdisziplin auf zeitgemäße Systemanforderungen trifft. Auf dem Papier deutet die Bandbreite, die deutlich unter die Hörschwelle hinab- und über 30 kHz hinausreicht, auf Ausgangsübertrager hin, die nicht einfach von größeren Modellen verkleinert wurden, sondern sorgfältig auf Stabilität und Phasenverhalten bei realistischen Leistungspegeln optimiert sind. Der vergleichsweise niedrige Verzerrungswert bei 1 Watt ist hier aufschlussreich: Es handelt sich um einen Verstärker, der klar dafür ausgelegt ist, den Großteil seiner Lebenszeit in den ersten wenigen Watt zu verbringen – dort, wo harmonische Struktur und mikrodynamische Nuancen wichtiger sind als Schlagzeilenwerte. Eingangsempfindlichkeit und Impedanz sind ebenso konservativ ausgelegt und deuten auf eine Vorstufe hin, die für breite Kompatibilität mit modernen symmetrischen Quellen ebenso wie mit traditionellen unsymmetrischen Komponenten entwickelt wurde, ohne Rausch- oder Gain-Anpassungsprobleme zu riskieren.
Eine wiederkehrende Diskussion unter Röhrenliebhabern ist die Frage, ob integrierte Designs bei komplexen Lautsprecherlasten an Kontrolle einbüßen. Die Integration separater 4- und 8-Ohm-Abgriffe, kombiniert mit einer Vorstufensektion, die größere Spannungshübe als frühere Generationen liefert, begegnet dieser Sorge aus ingenieurstechnischer Sicht statt über rohe Leistung. Aus Sicht des Systemaufbaus verändert das Vorhandensein echter Pre-Outs die Perspektive grundlegend: Der I/55 kann als Röhren-Kontrollzentrum in hybriden Setups fungieren oder sich mit wachsendem System zu einer Mehrverstärker-Konfiguration weiterentwickeln. Diese Flexibilität steht im Kontrast zu puristischen Vollverstärkern, die Nutzer auf eine feste Topologie festlegen.
Die digitalen und analogen Optionskarten offenbaren eine weitere philosophische Trennlinie, die in audiophilen Kreisen häufig diskutiert wird. Anstatt Digitaltechnik als nachträgliche Ergänzung zu behandeln, deutet die interne Signalverarbeitung – insbesondere die Entscheidung, sämtliche eingehenden Daten hochzusampeln – auf den bewussten Versuch hin, Jitter- und Filterverhalten innerhalb einer bekannten elektrischen Umgebung zu kontrollieren. Gleichzeitig bewahrt der modulare Ansatz eine saubere Basis für vinylorientierte Hörer, die eine minimale interne Schaltung bevorzugen. In diesem Sinne liest sich der I/55 weniger als ein „Alles‑in‑einem“-Vollverstärker, sondern eher als eine sorgfältig strukturierte Plattform, die es dem Hörer überlässt, wie weit moderner Komfort mit einem traditionellen Röhrensignalweg koexistieren soll.
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* Queen veröffentlichen am 27.

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