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ToxFreeLife testete 81 Kopfhörermodelle von Marken wie Sony, Apple, JBL, Bose, Samsung und Temu aus europäischen Einzelhandels- und Online-Marktplätzen.
Die Geräte wurden in 180 harte und weiche Kunststoffproben zerlegt und mittels Lösungsmittel-Extraktion, Ultraschall sowie LC-MS/GC-MS-Labortechniken analysiert.
In allen Modellen wurden gefährliche Stoffe nachgewiesen; Bisphenol A fand sich in nahezu jeder Probe – unabhängig von Preis, Markenprestige oder Marktpositionierung.
Bei genauerem Hinsehen fällt auf, wie materialtechnische Entscheidungen moderner Kopfhörer mit den Normen der Industriechemie kollidieren. Hautkontaktteile – Ohrpolster, Kopfbügel, Kabelummantelungen – setzen stark auf weiche PVC-Mischungen und Elastomerschaume, um Komfort, Isolation und langfristige Flexibilität zu erreichen. Dieselben Rezepturen greifen häufig auf bewährte Additive zurück, um die Härte (Durometer) stabil zu halten, plastisches Kriechen zu verlangsamen und Brandschutzziele in kompakten Gehäusen zu erfüllen. Aus audiophiler Sicht erklärt das, warum sich zwei Modelle mit ähnlicher Abstimmung nach einer Stunde radikal unterschiedlich anfühlen können: Die von vielen Nutzern gelobte „butterweiche“ Nachgiebigkeit ist oft das Ergebnis aggressiver Weichmachung statt höherwertiger Polymere wie medizinischer Silikone oder thermoplastischer Elastomere.
Eine weitere Ebene ist die Diskrepanz zwischen akustischem Anspruch und Material-Governance. Premium-Kopfhörer jagen häufig geringer Resonanz und struktureller Dämpfung mittels dichter Kunststoffe und geschichteter Verbundmaterialien hinterher, insbesondere bei Gaming-Headsets mit LEDs, Akkus und Funkmodulen. Diese Komplexität erhöht die Stückliste – und damit die chemische Palette für Flammschutz und Haltbarkeit. Kinder-Modelle hingegen – oft leichter und farbenfroher – priorisieren Weichheit und Kosteneffizienz, was in der industriellen Praxis die Auswahl konformer Polymere weiter einschränkt. Preisschilder und Markenprestige sagen in diesem Kontext mehr über Treibermatching und DSP aus als darüber, was im Schaum des Kopfbügels steckt.
Aus regulatorischer Sicht unterstreichen die Ergebnisse eine Grauzone, die allen vertraut ist, die EU‑REACH‑Updates verfolgen: Viele Additive bleiben unter bestimmten Schwellenwerten oder in spezifischen Anwendungsfällen zulässig, selbst wenn Hersteller Produkte global mit identischen Materialien vermarkten. Audiophile, die über Polsterwechsel und Aftermarket‑Kabel debattieren, könnten diese Diskussion auf Materialtransparenz ausweiten – nicht als Panikreaktion, sondern als Anstoß für bessere Datenblätter. So wie Impedanzkurven und THD‑Plots zu gängigen Diskussionspunkten wurden, werden Polymerzusammensetzung und Kontaktflächenchemie leise zu einem Teil dessen, was ein wirklich „High‑End“-Produkt im Personal‑Audio‑Bereich definiert.
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