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Die AES Europe Convention 2026 markiert das 160. AES‑Event und findet vom 28.–30. Mai an der Technischen Universität Dänemark (DTU) auf dem Campus Lyngby in Kopenhagen statt.
Die Convention setzt die Tradition von AES Europe mit hochkarätigen technischen Programmen fort und legt den Schwerpunkt auf immersive Audio, Anwendungen künstlicher Intelligenz und peer‑reviewte Forschungssessions.
Keynote‑Speaker Geoff Martin, Director Specialist for Audio Quality bei Bang & Olufsen, präsentiert „The Perceptual Irrelevance of Physical Measurements“ und stellt konventionelle Audiokennzahlen infrage.
Was bei der Rückkehr nach Kopenhagen besonders auffällt, ist die bewusste Hinwendung zu einem akademisch dichten Format statt zu einem messegetriebenen Ansatz. Jüngere europäische Ausgaben haben gezeigt, dass der Verzicht auf eine klassische Ausstellung den Schwerpunkt weg vom Produktspektakel hin zu Fachbeiträgen, Signalkettentheorie und Psychoakustik verlagert. Die Ausrichtung der Convention innerhalb einer technischen Universität unterstreicht diese Richtung: Die Sessions dürften stark von methodischer Strenge geprägt sein – Hörmodelle, statistische Auswertung von Präferenzdaten und die komplexe Schnittstelle zwischen DSP-Theorie und menschlicher Wahrnehmung. Für Ingenieure, die in Foren über FIR-Tap-Längen versus Phasenhörbarkeit diskutieren, belohnt ein solches Umfeld eher sorgfältige Argumentation als plakative Kennzahlen.
Die philosophische Spannung zwischen Messabsolutismus und wahrnehmungsbezogener Relevanz prägt ebenfalls die technische Erzählung. Die anstehenden Diskussionen spiegeln eine langjährige Spaltung in Hi‑Fi-Kreisen wider: ob extrem niedrige Verzerrungswerte und linealglatte Frequenzgänge tatsächlich mit wahrgenommener Qualität korrelieren, sobald Raumeinflüsse, Höreradaptation und Inhaltsvariabilität ins Spiel kommen. Zu erwarten sind Beispiele, die zeigen, wie Präzisionsmessgeräte in die Irre führen können, wenn die Kennzahl selbst schlecht an die auditive Kognition angepasst ist – ein Thema von wachsender Bedeutung, da KI‑gestützte Audiowerkzeuge auf Verlustfunktionen optimieren, die menschliche Präferenzen nicht immer sauber abbilden. Hier beginnen Datenwissenschaft, Psychoakustik und klassische Hörtheorie zunehmend zu kollidieren.
Ebenso bedeutsam ist der Fokus auf Hörwissenschaft an der Schnittstelle zur Consumer-Audio-Welt. Forschungsrichtungen, die früher in der klinischen Akustik verortet waren – HRTF‑Individualisierung, Expositionsmetriken für lärmbelastete Nah‑am‑Ohr‑Anwendungen und Modelle zur langfristigen Hörschwellenverschiebung – sind heute direkt auf Kopfhörer anwendbar, die zugleich als räumliche Renderer oder Assistenzgeräte fungieren. Die zunehmend verschwimmende Grenze zwischen Ohrhörern und Hörgeräten stellt unbequeme, aber notwendige Fragen zu Kalibrierstandards, sicherem SPL‑Management und dazu, wie räumliche Hinweise in Rehabilitationsszenarien erhalten oder gezielt verändert werden sollten. Für Entwickler, die mit binauralen Filtern oder adaptivem EQ ringen, versprechen diese Diskussionen Einsichten, die weit über Lifestyle‑Tuning hinausgehen und in die Grundlagen einer sicheren und sinnvollen Schallübertragung ans Ohr führen.
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