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Arcam feiert sein 50-jähriges Bestehen mit der Rückkehr zum Lautsprecherdesign und stellt auf der ISE Barcelona erstmals seit Jahrzehnten wieder eine vollständige sechsteilige Radia-Lautsprecherserie vor, nachdem der Fokus lange auf Verstärkern lag.
Die Radia-Reihe umfasst zwei Regallautsprecher, zwei Standlautsprecher, einen Center und einen aktiven Subwoofer und deckt damit Anwendungen von Stereo-Hören bis zu vollständigen Heimkino-Setups ab.
Zu den Schlüsselmodellen zählen der R15 (£1.699) mit 130‑mm‑MCC-Treiber, der R25 (£2.599) mit 165‑mm‑MCC-Tieftöner sowie das Flaggschiff R45 (£5.998) mit drei 165‑mm‑Basschassis plus dediziertem Mitteltöner.
Was an den Radia-Lautsprechern auffällt, ist nicht Nostalgie, sondern Systemdenken. Anstatt frühere Klangsignaturen wiederzubeleben, scheint Arcam die Lautsprecher als letzte Verstärkungsstufe einer streng kontrollierten Signalkette betrachtet zu haben. Der Acoustic Lens Waveguide steht dabei im Zentrum: Indem das Abstrahlverhalten des Hochtöners mechanisch so geformt wird, dass es im Übergangsbereich besser zu den Mittel-/Basschassis passt, verfolgt Arcam klar konsistente Richtwirkung statt maximaler Empfindlichkeit. Dieser Ansatz tauscht rohe Unmittelbarkeit gegen stabile Abbildung und gleichmäßige Tonalität außerhalb der Achse – eine ingenieurgetriebene Entscheidung, die eher an studioinspirierte britische Designs erinnert als an den aktuellen Trend zu „breit und wild“ streuenden Lautsprechern.
Die Wahl der Chassismaterialien unterstreicht diese Ausrichtung. MCC-Membranen sind bereits dafür bekannt, Aufbrechmoden zu dämpfen, ohne auf übermäßig dicke Profile zurückzugreifen. Der Wechsel zu einer steiferen DCC-Membran im dedizierten Mittelton deutet darauf hin, dass Arcam besonders auf die Reduktion von Intermodulationsverzerrungen in dem für das Ohr sensibelsten Bereich achtet. Praktisch bedeutet das eine Abstimmung auf geringe Hörermüdung und hohe Sprachverständlichkeit statt überzeichneter Präsenz. Die Drei-Wege-Modelle wirken auf dem Papier eher auf linearen Hub und kontrolliertes kolbenförmiges Verhalten optimiert als auf brachiale Bassleistung – ein interessanter Kontrast zu ähnlich bepreisten Wettbewerbern, die vor allem auf maximale Verdrängung setzen.
Der kontroverseste Diskussionspunkt ist AEQ, da es einen Teil der „Abstimmung“ des Lautsprechers stromaufwärts in DSP verlagert, dabei aber bewusst auf Raumkorrektur verzichtet. Aus einer Perspektive ist das konservativ: Es standardisiert den anechoischen Frequenzgang des Lautsprechers, ohne die Raumakustik zu überinterpretieren. Aus einer anderen Sicht ist es leise radikal, weil der passive Lautsprecher nicht als fixer Endpunkt, sondern als kalibrierte Last verstanden wird, die innerhalb eines geschlossenen Arcam-Ökosystems am besten funktioniert. Für Puristen mag das nach Ketzerei klingen; für Systemplaner liest es sich wie der Versuch, Variablen zu eliminieren, bevor sie überhaupt den Hörraum erreichen – eine sehr verstärkerzentrierte Art, zu Lautsprechern zurückzukehren.
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