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Audio Note (UK) markiert 35 Jahre seines Oto‑Vollverstärkers mit dem Oto SE 35 35th Anniversary Edition, der als umfangreichstes Redesign seit Jahrzehnten beschrieben wird.
Ursprünglich 1991 vorgestellt, war der Single‑Ended‑Pentoden‑Röhrenverstärker Audio Notes erstes vollständig im eigenen Haus entwickeltes Design und bewies hohe Musikalität zu einem zugänglicheren Preis.
Das Jubiläumsmodell führt neu entwickelte Ausgangsübertrager, ein auf Drosseln basierendes, aufgewertetes Netzteil, optimierte Zeitkonstanten und eine überarbeitete Endstufenschaltung ein.
Was beim Jubiläums‑OTO ins Auge fällt, ist weniger die Checkliste neuer Bauteile als vielmehr die Art, wie Audio Note seine seit Langem vertretene Single‑Ended‑Pentoden‑Philosophie neu ausbalanciert hat – mit Fokus auf Antrieb und zeitliche Kohärenz statt auf nominelle Leistung. Andy Groves Kommentare deuten darauf hin, dass das Redesign von jüngsten Arbeiten am Meishu beeinflusst wurde, was sich offenbar in der neu abgestimmten Endstufe zeigt. Bei SE‑Pentodenverstärkern können kleine Verschiebungen der Arbeitspunkte und Zeitkonstanten die wahrgenommene Bassartikulation und rhythmische Stabilität drastisch verändern; der Hinweis auf eine körperlichere Tieftonwiedergabe impliziert eher eine geringere effektive Ausgangsimpedanz und eine straffere Kontrolle der Energiespeicherung als schlicht mehr Watt. Das entspricht Audio Notes historischer Präferenz für Transformatorverhalten und Phasenintegrität statt brachialer Regelung.
Peter Qvortrup beschreibt die OTO‑Linie als eine Übung in zeitloser Schaltungstopologie, während Grove Intuition betont, die von Röhrenparametern und realem Hören geleitet wird. Diese Perspektiven treffen sich in der überarbeiteten Phono‑Implementierung. Eine höhere Empfindlichkeit innerhalb des Vollverstärkers verändert mehr als nur die Gain‑Struktur: Sie verkürzt den Signalweg, reduziert kumulative Phasendrehungen und minimiert den Rauschbeitrag zusätzlicher aktiver Stufen. Aus puristischer Sicht ist dies ein bedeutender Schritt für vinylzentrierte Systeme mit hocheffizienten Lautsprechern, bei denen jeder zusätzliche Koppelkondensator und jede Schnittstelle die Mikrodynamik verwischen kann. Forenartige Diskussionen werden sich vermutlich darum drehen, ob die neue Phono‑Topologie Anschlagtransienten und harmonisches Ausschwingen besser bewahrt als frühere OTO‑Generationen.
Weniger offensichtlich, aber ebenso relevant sind die infrastrukturellen Änderungen – Geometrie der internen Verkabelung, Abschirmstrategie und Verhalten des Netztransformators –, die bei leistungsschwachen Röhrendesigns den Rauschboden und die tonale Dichte definieren. Audio Notes Beharren auf eigener Transformatorentwicklung deutet auf einen fortgesetzten Fokus auf Bandbreitensymmetrie und Sättigungscharakteristika statt auf lehrbuchhafte Messwerte hin. Zusammengenommen wirkt der OTO SE 35 weniger wie eine bloße Jubiläumsauffrischung als vielmehr wie eine Konsolidierung von drei Jahrzehnten inkrementellen Lernens – gezielt für Hörer, die Timing, Klangfarben und Systemschlichtheit höher schätzen als Funktionsüberfrachtung.
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