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Canton stellt den kompakten Zwei‑Wege‑Lautsprecher Reference 9 GS Edition vor, der auf den Norddeutschen HiFi‑Tagen debütiert und Reference‑Alpha‑Technologien in ein platzsparendes Format integriert.
Die Hochtonleistung wird durch einen 25‑mm‑DLC‑Tweeter mit 2,9‑kHz‑Trennfrequenz verbessert, der eine diamantähnliche Beschichtung und eine neue, waveguide‑artige akustische Linse nutzt.
Die Signalverfeinerung umfasst aufgewertete Mundorf‑MKP‑Kondensatoren in der Frequenzweiche, die gegenüber der Standard‑Reference 9 eine höhere Auflösung, Kohärenz und tonale Präzision anstreben.
Cantons GS‑Behandlung liest sich weniger wie eine Feature‑Checkliste und mehr wie eine gezielte Antwort auf langjährige Forenkritik an kompakten Referenzlautsprechern: Abstrahlkontrolle, Sauberkeit der Frequenzweiche und Integrität der Anschlussterminals. Der überarbeitete Hochtonbereich geht nicht nur um ein steiferes Kalottenmaterial, sondern darum, wie der Tweeter akustisch belastet wird. Durch die Umformung des Abstrahlverhaltens mit einer integrierten Linse scheint Canton eher eine gleichmäßigere Abnahme außerhalb der Achse anzustreben als reinen Glanz auf dem Papier – ein Ansatz, der sich in realen Räumen auszahlt, in denen frühe Reflexionen den wahrgenommenen Klangcharakter dominieren. Das passt zur übergeordneten Reference‑Alpha‑Philosophie der Marke, bei der räumliche Konsistenz als Teil tonaler Genauigkeit verstanden wird und nicht als nachträglicher Zusatz.
Noch interessanter ist die Überarbeitung der Frequenzweiche. Der Wechsel zu hochwertigen Folienkondensatoren wird oft als audiophiler Zierrat abgetan, doch in einem kompakten Zwei‑Wege‑System nahe seiner mechanischen Grenzen können dielektrisches Verhalten und ESR die Mikrodynamik und Phasenstabilität im Übergangsbereich beeinflussen. Im Vergleich zur Standard‑Reference 9 scheint die GS Edition darauf ausgelegt, einen Hauch verzeihender Wärme gegen schärfere Transientenzeichnung und sauberere harmonische Trennung einzutauschen – eine Evolution, die manche Hörer begrüßen, während andere sie als schonungsloser gegenüber vorgeschalteter Elektronik empfinden könnten. Die Entscheidung für einen vereinfachten Single‑Wiring‑Signalweg deutet darauf hin, dass Canton Signalreinheit über Konfigurierbarkeit gestellt hat, im Gegensatz zu Wettbewerbern, die Bi‑Wiring weiterhin als wahrgenommenen Mehrwert nutzen.
Aus Sicht der Systemintegration deutet die Hochtonanpassung auf der Rückseite darauf hin, dass Canton sich der Tatsache bewusst ist, dass ein solches Auflösungsniveau zweischneidig sein kann. Anstatt die Abstimmung festzuschreiben, erlaubt die GS Edition eine feine Anpassung, um reflektierende Räume oder eher vorwärts abgestimmte Verstärker zu berücksichtigen – ein pragmatisches Zugeständnis an die reale Nutzung dieser Lautsprecher. In diesem Sinne wirkt die Reference 9 GS Edition weniger wie eine limitierte kosmetische Variante und mehr wie eine konzentrierte Verfeinerung, die eine vertraute Plattform in Richtung eines stärker studioorientierten, präzisionsfokussierten Charakters verschiebt, ohne die häusliche Vielseitigkeit aufzugeben.
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