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Deutsche Grammophon startet die neue Vinylserie „Avantgarde“, die visionäre avantgardistische Aufnahmen des 20. Jahrhunderts präsentiert und sich an der ikonischen Reihe der späten 1960er- und 1970er-Jahre orientiert.
Serie 1 umfasst Werke von Luca Ferrari, Tōru Takemitsu und Mauricio Kagel und hebt experimentelle Kompositionen hervor, die die Nachkriegs- und zeitgenössische klassische Musik geprägt haben.
Alle Veröffentlichungen werden neu gemastert und direkt von den originalen analogen Bändern in den Emil Berliner Studios geschnitten, um audiophile Klangtreue und historische Authentizität zu gewährleisten.
Was diese erste Tranche von Avantgarde von einer routinemäßigen Archiv-Neuauflage unterscheidet, ist die kuratorische Logik hinter dem Repertoire. Ferraris Presque Rien bewegt sich an der Schwelle zwischen Musique concrète und Umweltaufnahme und erfordert äußerste Sorgfalt beim Management des Rauschpegels sowie bei der Wiedergabe feinster Details. Takemitsus orchestrales Schreiben hingegen lebt von Mikrodynamik und räumlichem Nachhall statt von offensichtlichen Gesten, während Kagels Acustica den Klang selbst als strukturbildendes Mittel einsetzt. Zusammengenommen umreißt die Auswahl drei radikal unterschiedliche Ansätze der nachkriegszeitlichen Experimentalmusik, die jedoch allesamt von einer Transferphilosophie profitieren, welche transiente Integrität und Phasenkohärenz gegenüber kosmetischer „Aufpolierung“ priorisiert – ein Ansatz, der unter Mastering-Ingenieuren bei der Neubewertung komplexen analogen Materials zunehmend bevorzugt wird.
Produktionsnahe Quellen betonen, dass die Signalkette der Emil Berliner Studios so konfiguriert wurde, dass die ursprünglichen Bandcharakteristika bewahrt und nicht „modernisiert“ werden. Dies deutet auf minimale Equalizer-Eingriffe und zurückhaltende Limiter-Nutzung hin, wodurch Bandsättigung, Raumanteile und sogar leichte Asymmetrien in der Kanalbalance erhalten bleiben. Für Hörer, die an hyperpolierte zeitgenössische Pressungen gewöhnt sind, mag dies zunächst wie Zurückhaltung wirken, entspricht jedoch einer wachsenden audiophilen Vorliebe für Authentizität statt Revisionismus. Die Pressung bei Pallas unterstreicht diese Intention zusätzlich, da deren Konstanz bei Vinylmischung und Temperaturkontrolle meist zu leiseren Einlaufrillen und stabilem Hochton-Tracking führt – entscheidend für Werke, die oft knapp oberhalb der Stille angesiedelt sind.
Interessant ist auch die unterschiedliche Rahmung des Projekts durch Kommentatoren: Einige betonen die historische Linie, andere seine Relevanz für moderne Hörumgebungen mit hochauflösenden Anlagen. Beide Perspektiven treffen sich in einem Punkt – die Serie behandelt Avantgarde-Aufnahmen nicht als akademische Artefakte, sondern als anspruchsvolles Referenzmaterial. An einer hochauflösenden analogen Kette dürften diese LPs Tonabnehmerjustage, Armdämpfung und sogar Plattentellerresonanzen unerbittlicher offenlegen als gängiges Repertoire. In diesem Sinne fungiert Avantgarde zugleich als kulturelles Statement und technischer Stresstest und belohnt Setups, die Stille, Textur und Raum mit gleicher Überzeugungskraft darstellen können.
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* Queen veröffentlichen am 27.

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