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Die Februar-Veröffentlichungen von GAD Records rücken das polnische Musikerbe in den Fokus – von verlorenem Pop über archivierten Jazz, elektronische Experimente und Filmmusiken bis hin zu seltenen Radio- und Festivalmitschnitten.
Im Zentrum steht *Kto tu jest niewinny*, eine Anthologie von Małgorzata Panecka, die eine lange verschollene Popaufnahme sowie zwölf weitere Titel präsentiert, welche ihre künstlerische Entwicklung dokumentieren.
Zu den „sensationellen“ Archivfunden zählt ein Livekonzert des Polish Jazz Quartet aus dem Jahr 1964 vom Bled Festival, erschlossen aus slowenischen Rundfunkarchiven.
Das Februar-Programm von GAD Records liest sich weniger wie eine thematische Kampagne als vielmehr wie ein Querschnitt dessen, wie polnische Archive tatsächlich klingen, wenn man sie öffnet: uneinheitliche Quellen, stark unterschiedliche Aufnahmeketten und Material, das sorgfältige editorische Entscheidungen verlangt. Auffällig ist die kuratorische Betonung des Prozesses statt der Politur. Die Anthologiearbeit setzt auf chronologische Abfolge und Kontrast und lässt Veränderungen in Mikrofontechnik, Raumakustik und Bandsättigung ebenso viel erzählen wie die Musik selbst. Im Vergleich zum oft „normalisierten“ Ansatz zeitgenössischer Wiederveröffentlichungen scheinen diese Releases die Bewahrung der ursprünglichen Dynamik und spektralen Balance zu bevorzugen, selbst wenn dadurch die Grenzen von Rundfunktechnik oder Ortsaufnahmen sichtbar werden.
Das Jazz- und radiobasierte Material verdeutlicht eine anhaltende Spannung zwischen Dokument und Album. Live-Festival- und Studio-Session-Bänder aus den 1960er- und 1970er-Jahren waren selten für wiederholtes Hören auf hochauflösenden Anlagen gedacht; sie wurden für die Ausstrahlung gemischt, nicht für modernes Full-Range-Playback. GADs Ansatz priorisiert, dem Rahmen nach zu urteilen, Verständlichkeit und Transienten-Klarheit gegenüber aggressiver Rauschunterdrückung – eine Entscheidung, die bei Hörern Anklang finden dürfte, die das Abwägen von Bandrauschen gegen harmonische Detailtreue gewohnt sind. Dieselbe Philosophie gilt für die elektronischen und Soundtrack-Archive, in denen frühe Synthesizerklänge und analoge Effekte von minimalen Eingriffen profitieren – so bleiben Phasenbeziehungen und niederfrequente Modulationen erhalten, die durch grobe Restaurierung nivelliert werden können.
Auf der Vinyl-Seite unterstreicht der Katalog eher eine sammlerorientierte Haltung als audiophiles Spektakel. Filmmusiken und archivierte Rock-Jazz-Hybride werden als historisch kohärente Programme präsentiert, was auf konservative Schneidepegel und den Verzicht auf übermäßige EQ-Anhebungen hindeutet, die das Tracking auf älteren Plattenspielern beeinträchtigen könnten. Insbesondere der zweite Band der Opole-Chronik fungiert fast wie ein Referenzdokument: weniger auf Vorführraum-Wirkung ausgerichtet, mehr auf die getreue Übertragung der Quellbänder in ein langlebiges physisches Format. Insgesamt positionieren diese Veröffentlichungen GAD Records nicht als Nostalgie-Label, sondern als spezialisierten Archiv-Übersetzer – eine Brücke zwischen institutionellen Aufnahmen und modernen Hörumgebungen, ohne eines von beidem umzuschreiben.
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