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Die Audioausstellung HIGH END 2026 zieht vom 4.–7. Juni 2026 ins Austria Center Vienna (ACV) um und verlässt damit erstmals in ihrer 44-jährigen Geschichte Deutschland.
Das ACV ist Österreichs größtes Kongresszentrum mit 21 großen Hallen, 134 kleineren Räumen, fünf Ebenen und modularen Flächen mit beweglichen Wänden, die eine Schalldämmung von bis zu −50 dB bieten.
Der gesamte Veranstaltungsort ist ausgebucht; große Marken wie Audio-Technica, ELAC (100-jähriges Jubiläum), Yamaha, Bowers & Wilkins und Marantz planen ihre bislang größten oder ambitioniertesten Auftritte.
Was aus der Gegenlektüre der Veranstalter-Briefings und der Kommentare seitens des Veranstaltungsorts hervorgeht, ist, dass das ACV nicht einfach „besser behandelt“ ist als traditionelle Messehallen, sondern um eine andere akustische Logik herum konzipiert wurde. Das bewegliche Trennwandsystem – rund 200 mm stark mit mehrschichtiger Dämpfung – deutet auf einen Fokus auf Mittenband-Isolation hin, statt auf die symbolische Bassdämpfung, die für Messeabtrennungen typisch ist. Mehrere Quellen weisen darauf hin, dass die Deckenbehandlung nicht dekorativ ist: Abgehängte Absorberpaneele sind darauf abgestimmt, frühe Reflexionen im Bereich von 300–1200 Hz zu kontrollieren, genau dort, wo Vorführungen auf Messen häufig in Schärfe kollabieren. Dadurch verlagert sich die Herausforderung für Aussteller weg von notfallartiger Raumkorrektur (Teppiche, improvisierte Diffusoren) hin zur Feinabstimmung von Lautsprecherpositionierung und Einwinkelung – näher an der Art und Weise, wie Systeme in semi-permanenten Hörräumen abgestimmt werden.
Es gibt zudem eine interessante Divergenz darin, wie Marken dieselben architektonischen Rahmenbedingungen interpretieren. Einige sehen fensterlose Räume als Nachteil; andere, insbesondere jene, die großformatige analoge oder hochpegelige Präsentationen planen, betrachten sie als Geschenk – stabiles Licht, vorhersehbare Nachhallzeit und weniger externe Störgeräuschquellen. Aus technischer Sicht verändert die weitverbreitete Verwendung von Holzböden im gesamten Gebäude die Bass-Gleichung grundlegend: weniger gespeicherte Energie als bei Beton, schnelleres Abklingen und ein verständlicherer Übergang im unteren Mittenbereich. Im Vergleich zu früheren deutschen Veranstaltungsorten, die auf reine modulare Effizienz setzten, scheint das ACV auf Kohärenz und Fluss optimiert zu sein – sowohl akustisch als auch logistisch –, was erklären könnte, warum Hersteller Berichten zufolge nicht nur die Standgröße, sondern auch Systemtopologie und Signalwege neu überdenken.
Schließlich deuten einige Beobachter den Umzug als kulturelle Symbolik, andere als reine Pragmatik. Die überzeugendere Interpretation liegt zwischen diesen Polen. Ein Kongresszentrum, das für diplomatische Sprachverständlichkeit, mehrsprachige Übersetzung und ermüdungsfreie Langsitzungen konzipiert ist, passt unbeabsichtigt zu den Anforderungen hochwertiger Audio-Demonstrationen: kontrollierte Schalldruckpegel, niedriger Geräuschboden und Ausdauer der Zuhörer. In Forenbegriffen geht es dabei weniger um den „Wow-Faktor“ als um die Reduktion von Variablen. Wenn sich das in der Praxis bestätigt, könnte sich die HIGH END stillschweigend von einer Geräte-Safari zu etwas entwickeln, das eher einem verteilten Hörlabor gleicht – weiterhin kommerziell, weiterhin wettbewerbsorientiert, aber endlich weniger feindlich gegenüber dem Klang selbst.
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