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Kiwi Ears Cadenza II kabelgebundene In-Ears erscheinen am 20. Februar für ¥8.250, erhältlich in Blau oder Grau und mit Single-Design samt 10‑mm‑Dynamiktreiber.
Neue 10‑mm‑PET‑Membran mit Titanbeschichtung liefert schnelle Transienten, klaren Bass-Punch, hochauflösende Höhen und unter 1 % Verzerrung bei 1 kHz.
Kiwi Acoustic Resonance System 2.0 nutzt labyrinthartige Akustikkanäle zur Kontrolle des Rückdrucks, steigert den Subbass um ca. 8 dB und dämpft um 200 Hz stark.
Die Cadenza der zweiten Generation von Kiwi Ears setzt weniger auf eine Eskalation der Treiberzahl als vielmehr auf Materialwissenschaft – und genau diese Entscheidung prägt ihren Klangcharakter aufschlussreich. Die titanbeschichtete PET-Membran zielt weniger auf plakative Steifigkeit ab als auf kontrolliertes Modenverhalten: Die Metallschicht erhöht die Aufbrechfrequenz, während das Polymersubstrat die interne Dämpfung bewahrt. Auf dem Papier resultiert daraus ein schnelleres Einschwingen nach Transienten und ein saubereres Ausschwingverhalten, was erklärt, warum der Tiefton weniger als „angehoben“ und mehr als diszipliniert beschrieben wird. Im Vergleich zu früheren PET-only- oder LCP-Umsetzungen in dieser Klasse scheint der Fokus auf der Minimierung zeitlicher Verschmierung zu liegen, statt auf maximalem Pegel – ein Ansatz, der typischerweise Textur und Separation gegenüber bloßer Masse begünstigt.
Die spannendere technische Aussage kommt vom KARS 2.0. Labyrinthartige Akustikkanäle sind aus Bassreflexports und einigen High-End-IEMs bekannt, ihre Anwendung hier deutet jedoch auf den bewussten Versuch hin, den Subbassdruck vom unteren Mittelton zu entkoppeln. Durch starkes Dämpfen der Energie im oberen Bassbereich schafft Kiwi Ears effektiv Raum für Klarheit im Mittenband, ohne das fundamentale Gewicht darunter auszudünnen. Das steht im Gegensatz zu einfacheren Rear-Vent-Tunings, die oft Wärme gegen Geschwindigkeit eintauschen; hier übernimmt das akustische Netzwerk die Hauptarbeit und erlaubt es einem einzelnen dynamischen Treiber, so zu agieren, als wären Bass und Mitten unabhängiger kontrolliert.
Klanglich weicht die Designphilosophie von strikten Diffusfeld- oder Harman-nahen Zielen ab und priorisiert stattdessen Kohärenz und Dichte im Stimmbereich. Eine milde Betonung der Mitten kann den wahrgenommenen Realismus von Saiten und Stimmen erhöhen – allerdings nur, wenn Phasenlage und Energieübergänge intakt bleiben, was das kontrollierte Bass-Shelf und der zurückhaltende obere Hochton offenbar unterstützen sollen. Die Konstruktionsentscheidungen unterstreichen diesen pragmatischen Fokus: eine steife Metall-Frontplatte zur Resonanzkontrolle, kombiniert mit einem leichteren Verbundgehäuse zur Steuerung interner Reflexionen, plus eine standardisierte, abnehmbare Kabelschnittstelle, die das System elektrisch berechenbar hält. Insgesamt wirkt die Cadenza II weniger wie eine Übung in Datenblatt-Prahlen als vielmehr wie eine sorgfältig ausbalancierte Single-Driver-Plattform, abgestimmt auf musikalische Kontinuität.
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