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Luxman startet sein zweites Jahrhundert mit dem D-100 SACD/CD Player und dem L-100 Centennial Integrated Amplifier und definiert damit eine langfristige High-End-Ingenieurstrategie statt reiner Jubiläumseditionen.
Der L-100 ist ein reiner Class-A-Integrated mit 20 W/8Ω und 40 W/4Ω, dreifach parallel geschalteten bipolaren Push-Pull-Ausgängen und einem 80.000µF-Netzteil.
Luxmans LIFES-1.1-Gegenkopplungsarchitektur und der LECUA1000‑88‑Stufen‑Abschwächer liefern 0,005 % THD, einen Dämpfungsfaktor von 300, symmetrische Eingänge, MM/MC‑Phono und doppelte Kopfhörerausgänge.
Was in der Berichterstattung auffällt, ist, wie bewusst konservativ Luxmans ingenieurtechnische Haltung in einer Branche bleibt, die zunehmend von Feature-Stapeln und softwaredefinierten Upgrades besessen ist. Die Class-A-Topologie mit geringer Leistung des L-100 ist weniger Nostalgie als vielmehr der Versuch, über den gesamten Signalhub hinweg vorhersagbare Betriebsbedingungen zu sichern. Indem die Ausgangsbauteile permanent leitend gehalten und mit einer hochstromfähigen Versorgung kombiniert werden, priorisiert Luxman lineares Verhalten an realen Lasten statt datenblattgetriebener Effekthascherei. Im Vergleich zu zeitgenössischen, leistungsstarken Class-A/B-Integrationsverstärkern von Marken wie Mark Levinson oder Goldmund wirkt Luxmans Ansatz beinahe eigensinnig – doch der ungewöhnlich hohe Dämpfungsfaktor für ein Class-A-Design deutet auf sorgfältige Arbeit an Ausgangsimpedanz und Steifigkeit der Versorgungsschienen hin, nicht nur auf romantische Reinheitsvorstellungen.
Die spannendere technische Diskussion dreht sich um LIFES 1.1, das mehrere Quellen eher als Evolution denn als Neuerfindung einordnen. Im Gegensatz zu schweren globalen Gegenkopplungsschleifen, die Mikrodynamik ausbleichen können, arbeitet Luxmans verzerrungssensitiver Ansatz lokal und korrigiert Fehler, ohne das Transientenverhalten zu glätten. Praktisch rückt das den L-100 näher an die Low-Feedback-Philosophie von Pass Labs als an die ultragemessene, ultrakontrollierte Schule moderner japanischer Mega-Marken. Dasselbe Denken setzt sich in der LECUA-basierten Lautstärkeregelung fort, die die bei Relaisleitern üblichen klanglichen Drift-Effekte bei niedrigen Pegeln vermeidet, indem sie das Impedanzverhalten über alle Stufen stabil hält – etwas, das Forenstammgäste meist bemerken, lange bevor sie Messwerte zitieren.
Der D-100 vervollständigt das Bild, indem er Disc-Wiedergabe zuerst als mechanisches und erst danach als digitales Problem behandelt. Während viele SACD-Player auf Standard-Transporte und DSP-lastige Korrekturen setzen, spiegelt Luxmans Fokus auf Gehäusesteifigkeit, Taktstabilität und Symmetrie der Analogstufe einen älteren, aber weiterhin relevanten Glauben wider: Zeitfehler und Vibrationen sollten verhindert werden, nicht nachträglich repariert. Die Wahl der ROHM-Wandlung statt der verbreiteteren ESS- oder AKM-Chips signalisiert ebenfalls klangliche Abstimmung statt Kostenoptimierung. Zusammengenommen jagen D-100 und L-100 nicht der Zukunft des Hi‑Fi hinterher, sondern definieren einen stabilen Endpunkt – Hardware, die man kennenlernt, mit der man lebt und die man unangetastet lässt, während sich der Rest des Marktes ständig erneuert.
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