Erhalte den wöchentlichen HiFi-Überblick — neue Geräte, Lesetipps und Angebote.

Lyngdorf Audio stellte auf der ISE 2026 die passive Stereo‑Soundbar SB‑75 vor, die auf echte Hi‑Fi‑Stereo‑Performance ohne sperrige Standlautsprecher abzielt.
Im Gegensatz zu aktiven Soundbars nutzt die SB‑75 eine vollständig passive Architektur, sodass Besitzer den Verstärker frei wählen können und zugleich hohe Effizienz sowie hohe Schalldruckpegel möglich sind.
Das ultraschlanke, steife Gehäuse ist akustisch für die Wandmontage oder die Platzierung hinter akustisch transparenten Kinoleinwänden abgestimmt.
Was den SB‑75 auszeichnet, ist nicht die Form selbst, sondern die dahinterstehende akustische Philosophie. Lyngdorfs wandgebundener Abstimmungsansatz – aus der FR‑Serie übernommen – betrachtet die Wand als Erweiterung der Schallwand und nicht als akustisches Problem, das bedämpft werden muss. Dadurch verändert sich die Art, wie der Lautsprecher den Raum anregt: Die Designprioritäten verschieben sich hin zu kontrollierter Richtwirkung und vorhersagbarem Grenzflächengewinn. Die geschlossene Abstimmung bevorzugt Transientenpräzision und lineare Gruppenlaufzeit gegenüber maximaler Tiefbass‑Extension, was impliziert, dass der SB‑75 für eine saubere Integration mit externen Tiefton‑Systemen ausgelegt ist, statt Subwoofer‑Leistung durch DSP‑Tricks zu simulieren. In der Praxis deutet dies auf eine Soundbar hin, die sich eher wie ein Paar kompakter On‑Wall‑Monitore verhält als wie ein Lifestyle‑AV‑Zubehör.
Die passive Architektur eröffnet zudem interessante Fragen zur Systemabstimmung. Ohne integrierte Verstärkung oder DSP‑Korrektur ist der SB‑75 auf elektrische Dämpfung und Stromlieferfähigkeit des gewählten Verstärkers angewiesen, um seine mehreren parallel geschalteten Tieftöner zu kontrollieren. Damit gewinnt die Stabilität des Verstärkers an komplexen Lasten reale Bedeutung – ein Aspekt, der bei aktiven Soundbars oft vernachlässigt wird. Aus puristischer Sicht ist dies ein bewusster Kompromiss: weniger interne Kompromisse, aber mehr Verantwortung bei der Systemauslegung. Gleichzeitig bleibt die Frequenzweiche vollständig analog, wodurch Latenzen und Verarbeitungsartefakte vermieden werden, die bei digital gemanagten Bars insbesondere im Stereobetrieb auftreten können.
Visuell zurückhaltend setzt der SB‑75 auf architektonische Integration statt auf einen optischen Auftritt. Die Verfügbarkeit von Sondermaßen deutet jedoch auf seine Rolle in hochwertigen Kino‑Installationen hin, bei denen Symmetrie und Bildschirmausrichtung ebenso wichtig sind wie tonale Balance. Im Vergleich zu Mainstream‑Soundbars, die virtuellen Surround‑Algorithmen hinterherjagen, wirkt Lyngdorfs Ansatz beinahe konträr: Phasekohärenz, mechanische Steifigkeit und vorhersagbares akustisches Verhalten stehen im Vordergrund. Für Hörer, die Stabilität der Stereoabbildung und klangliche Konsistenz höher bewerten als Funktionslisten, positioniert sich der SB‑75 näher an klassischem Lautsprecherdesign als an der Soundbar‑Kategorie, die er nominell besetzt.
Neue Geräte, lesenswerte Artikel und Angebote — jeden Freitag.

* Queen veröffentlichen am 27.

* Audio Research I/55 ist ein kompakter Röhren-Vollverstärker, abgeleitet vom I/70 und Nachfolger des I/50, ausgerichtet auf High-End-Hörer, die klassischen Rö…

* ToxFreeLife testete 81 Kopfhörermodelle von Marken wie Sony, Apple, JBL, Bose, Samsung und Temu aus europäischen Einzelhandels- und Online-Marktplätzen.

* Audio-Technica bringt die USB-C-kabelgebundenen Ohrhörer ATH-CKD7NC am 27.