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Neumann M 50 V belebt das ikonische Röhrenmikrofon der 1960er‑Jahre für Orchesteraufnahmen neu und kombiniert Vintage‑Schaltungstechnik mit modernen Zuverlässigkeits‑Upgrades.
Eine omnidirektionale K 33 Ti Capsule sitzt in einer 40‑mm‑Acrylkugel und nutzt eine neue Titanmembran für Stabilität und Langlebigkeit.
Die ursprüngliche Schaltungstopologie bleibt erhalten, wird jedoch mit einer extrem rauscharmen Subminiatur‑Röhre und einem HF‑geschirmten Anschluss aktualisiert, um modernen Störeinflüssen zu widerstehen.
Was den M 50 V interessant macht, ist weniger der Nostalgiefaktor als vielmehr die Art und Weise, wie Neumann historische Beschränkungen durch eine zeitgenössische ingenieurtechnische Perspektive interpretiert. Die Entscheidung, die ursprüngliche Schaltungstopologie beizubehalten, anstatt sie stillschweigend für flachere Laborwerte zu „optimieren“, signalisiert eine Priorisierung von zeitlicher Kohärenz und Transientenverhalten gegenüber reinen Kennzahlen. In der Praxis ist diese Topologie für eine leicht entspannte Anstiegszeit und eine Dichte im unteren Mittenbereich bekannt, die Orchester‑Toningenieure häufig eher als Tiefe denn als Färbung beschreiben. Die Wahl der modernen Röhre zielt weniger auf eine Veränderung dieses Charakters ab als auf die Kontrolle von Varianzen: Engere Toleranzen und geringeres Eigenrauschen sorgen dafür, dass sich das Mikrofon in Multi‑Mikrofon‑Arrays vorhersehbar verhält, wo kleine Inkonsistenzen schnell zu Unschärfen in der Abbildung führen.
Das Kapsel‑in‑Kugel‑Design bleibt unter Ingenieuren der eigentliche Gesprächspunkt, da sein akustisches Verhalten grundsätzlich frequenzabhängig und nicht über umschaltbare Richtcharakteristiken realisiert ist. Im Gegensatz zu klassischen Omnis, die im Hochtonbereich räumlich diffus bleiben, führt diese Geometrie mit kürzer werdenden Wellenlängen eine kontrollierte Richtwirkung ein, die Ortungshinweise effektiv schärft, ohne die Raumabbildung kollabieren zu lassen. Verglichen mit modernen Großmembran‑Omnis, die auf Neutralität ausgelegt sind, setzt der M 50 V bewusst auf Psychoakustik: Er erfasst Hallgröße und Ensemble‑Positionierung auf eine Weise, die sich bereits „gemischt“ anfühlt, bevor ein Fader bewegt wird. Das erklärt, warum einige Ingenieure ihn noch immer neueren, speziell für Surround entwickelten Mikrofonen vorziehen, selbst wenn diese auf dem Papier sauberere Messkurven liefern.
Aus Sicht der Systemintegration ist das aktualisierte Stromversorgungs‑ und Anschlusskonzept bedeutender, als es zunächst scheint. Zeitgenössische Studios sind von HF‑Störungen durch Beleuchtung, Netzwerke und drahtlose Systeme durchzogen, und Vintage‑Röhrenmikrofone sind in solchen Umgebungen notorisch anfällig. Indem Neumann den Signalweg gegen Störungen härtet und zugleich Impedanz‑ und Ausgangsverhalten innerhalb traditioneller Erwartungen hält, positioniert sich der M 50 V als nahtlos einsetzbares Werkzeug statt als Museumsstück. Es geht weniger darum, einen Klang der Vergangenheit zu reproduzieren, als vielmehr darum, eine Aufnahmemethode zu bewahren, die räumliche Probleme noch immer besser löst als viele moderne Alternativen.
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