Erhalte den wöchentlichen HiFi-Überblick — neue Geräte, Lesetipps und Angebote.

Audio Reference wird neuer deutscher Vertrieb für den britischen Analog-Spezialisten SME und stärkt damit sein High-End-Portfolio nach den Brexit-bedingten Marktveränderungen.
Gegründet 1946 als The Scale Model Equipment Company entwickelte sich SME von der Präzisionsfertigung für die Luft- und Raumfahrt zu einer globalen Referenzmarke für Tonarme und Plattenspieler.
Ikonische Series-II-Tonarme, insbesondere die Modelle 3009 und 3012 aus den 1960er-Jahren, setzten internationale Maßstäbe für Verarbeitungsqualität und audiophile Performance.
Mit dem Einstieg von Audio Reference liegt der interessante Aspekt weniger in einer bloßen Neuordnung von Marken, sondern vielmehr darin, wie SMEs Ingenieursphilosophie zu einem deutschen Markt passt, der Mechanik oft ebenso intensiv analysiert wie Klang. SMEs langjährige Fixierung auf Fertigungstoleranzen, die Stabilität der Lagervorspannung und die Reproduzierbarkeit über Jahrzehnte hinweg entspricht stark einer Denkschule, die messbare Konsistenz höher bewertet als nachträgliche Justierbarkeit. Im Gegensatz zu Tonarmkonzepten, die auf benutzerjustierbare Dämpfung oder austauschbare Armrohre setzen, fixiert SME kritische Parameter traditionell bereits im Werk und setzt auf strukturelle Steifigkeit sowie kontrollierte Energieableitung statt auf Feinabstimmung nach der Installation. Dieser Ansatz hat stets polarisiert, erklärt jedoch auch, warum ältere SME-Arme nach Jahrzehnten noch mechanisch stabil sind.
Aus technischer Sicht betonen moderne SME-Arme und -Laufwerke weiterhin die Impedanzkontrolle entlang der gesamten mechanischen Kette. Der Übergang zu Sandwich-Strukturen und polymerbasierten Dämpfungselementen zielt nicht darauf ab, den Klang zu „verweichen“, sondern das Resonanzverhalten aus dem Audioband heraus zu verlagern und Energie-Reflexionen zurück zum Tonabnehmer zu verhindern. Hinzu kommen extrem reibungsarme Lagerbaugruppen, die gleichmäßigen Widerstand gegenüber minimalstem Schleppmoment priorisieren – ein Ansatz, von dem einige Entwickler argumentieren, dass er unter dynamischen Bedingungen eine bessere Rillenabtastung ermöglicht. Bei den Plattenspielerkonzepten wird Masse nicht als grobes Mittel eingesetzt; vielmehr wird sie verteilt und stufenweise entkoppelt, sodass das Chassis effektiv als Senke für Schwingungsenergie fungiert und nicht als Speicher.
Unterschiedliche Quellen deuten die erneuerte Distribution in Deutschland entweder als symbolische Rückkehr oder als strategische Korrektur nach jüngerer Marktfragmentierung. Technisch relevant ist jedoch vor allem das System-Matching: SME-Komponenten belohnen Tonabnehmer mit kontrollierter Compliance und profitieren von Phonostufen, die feine Details auflösen können, ohne Transienten überzubetonen. In einem Markt, in dem analoge Setups zunehmend als kohärente Systeme statt als eklektische Stapel aufgebaut werden, könnte SMEs streng definierter mechanischer Kosmos neue Wertschätzung erfahren – nicht, weil er Trends hinterherläuft, sondern weil er Vinyl konsequent als Präzisionsmedium behandelt und nicht als nostalgisches.
Neue Geräte, lesenswerte Artikel und Angebote — jeden Freitag.

* Queen veröffentlichen am 27.

* Audio Research I/55 ist ein kompakter Röhren-Vollverstärker, abgeleitet vom I/70 und Nachfolger des I/50, ausgerichtet auf High-End-Hörer, die klassischen Rö…

* ToxFreeLife testete 81 Kopfhörermodelle von Marken wie Sony, Apple, JBL, Bose, Samsung und Temu aus europäischen Einzelhandels- und Online-Marktplätzen.

* Audio-Technica bringt die USB-C-kabelgebundenen Ohrhörer ATH-CKD7NC am 27.